Baldingens bewegte Geschichte

Bodenfunde belegen eine Besiedlung vor 5000 Jahren im Raum Baldingen. Eine im Jahr 769 im Kloster St. Gallen ausgestellte Schenkungsurkunde ist aber der erste schriftliche Beleg über den Ort Baldingen. Im heutigen Sprachgebrauch lautet der Text:

 

"Das adelige Ehepaar Chrodhoch und Ranginswinda übertragen ihre Besitztümer in Baldingen ("villa baldinga"), falls sie keinen männlichen Erben haben, nach ihrem Tode dem Kloster St. Gallen".

 

Die kleine Ansiedlung erlebte von da an eine wechselvolle Geschichte. Die Machtansprüche rivalisierender Adelsfamilien führten bereits 1302 zur Spaltung in ein oberes und unteres Baldingen. Im Zuge der Reformation wurde Oberbaldingen als württembergisches Territorium evangelisch. Unterbaldingen blieb in fürstenbergischem Besitz und somit katholisch. Sowohl die weltlichen wie auch die kirchlichen Obrigkeiten waren in den folgenden Jahrhunderten mit verantwortlich für die gegenseitige Abgrenzung. Durch die politische Neuordnung im Südwesten Deutschlands wurde Unterbaldingen im Jahr 1806 und Oberbaldingen 1810 dem Großherzogtum Baden zugeordnet. Die nun einheitliche Rechtsordnung förderte eine Wiederannäherung.

 

Unter großer Beteiligung der gesamten Bevölkerung wurde die 1200-Jahrfeier geplant und durchgeführt. Ein Meilenstein war die Schulreform mit dem Schulstandort Oberbaldingen und die Gemeindereform, als beide Baldingen zu Teilorten von Bad Dürrheim wurden.  

Seither hat sich in Baldingen vieles bewegt. 1975 wurde der Autobahnabschnitt der A 81 zwischen Bad Dürrheim und Geisingen für den Verkehr freigegeben, Baugebiete wurden erschlossen, Naturschutzgebiete angelegt und Hütten, Hallen und Vereinsräume immer wieder und oft durch ehrenamtliches Engagement der Bürgerinnen und Bürger restauriert, saniert und erweitert. 2003 wurde Unterbaldingen Modellgemeinde im Projekt MELAP zur Förderung des ländlichen Raums. Auch in den Folgejahren wurde dieses Projekt in Oberbaldingen und in der Gesamtstadt weitergeführt. 2018 folgte ein weiterer Schritt zu einem gemeinsamen Baldingen, indem die beiden Ortsverwaltungen im ServiceCenter Ostbaar zusammengelegt wurden.

Die Festschrift

Diese letzten 50 Jahre Baldingen werden in der Festschrift, die von der Stadt Bad Dürrheim anlässlich des 1250-jährigen Bestehens herausgegeben wurde, ausführlich und bunt bebildert dargestellt.  Erhältlich ist die 156-seitige Festschrift im ServiceCenter Ostbaar und in Morys Hofbuchhandlung in Donaueschingen und Bad Dürrheim für 10 Euro.


Das Jubiläumsvideo: Baldingen - die Perle der Baar

In Ton und bewegten Bildern wird die 1250-jährige Geschichte Baldingens in unserem Jubiläumsvideo dargestellt. Wunderschöne Landschaftsaufnahmen aus der Vogelperspektive sowie nachgestellte geschichtliche Szenen von der ersten Besiedlung der Baar bis zur urkundlichen Erwähnung zeigen das frühere und das heutige Baldingen auf wunderbare Weise. Premiere des Films ist am Samstag, den 06.07.2019 beim Festakt; erste Aussschnitte gibt es schon hier!